Textdateien speichern Daten als Text-Strings für den einfachen Austausch zwischen Anwendungen und Computern. Beachten Sie bei der Verwendung von Text-I/O Kompromisse im Vergleich zu Binärdateien, wie Dateigröße, I/O-Geschwindigkeit, zufällige Zugriffsbeschränkungen und numerische Genauigkeit.

Verwenden Sie Textformatdateien, wenn alle folgenden Bedingungen erfüllt sind:

  • Wenn Sie Ihre Daten anderen Benutzern oder Anwendungen zur Verfügung stellen möchten
  • Wenn Speicherplatz und Datei-I/O-Geschwindigkeit für Ihre Anwendung nicht entscheidend sind
  • Wenn kein beliebiger Lese- oder Schreibzugriff erforderlich ist
  • Wenn numerische Genauigkeit nicht wichtig ist

Zur gemeinsamen Nutzung von Daten sind Textdateien am besten geeignet. Sie können von nahezu jedem Computer gelesen und geschrieben werden. Zum Auslesen von Textdateien oder ähnlichen Formaten gibt es eine Vielzahl von Programmen. Auch die meisten Anwendungen zur Gerätesteuerung verwenden Text-Strings.

Daten, auf die von einer anderen Anwendung aus zugegriffen werden soll, beispielsweise von einem Textverarbeitungs- oder Tabellenkalkulationsprogramm, sollten ebenfalls als Textdateien gespeichert werden. Konvertieren Sie zum Speichern der Daten im Textformat mit Hilfe der String-Funktionen alle Daten in Text-Strings. Textdateien können Daten unterschiedlichen Typs enthalten.

Textdateien haben einige Nachteile gegenüber Binärdateien.

  • Textdateien benötigen in der Regel mehr Speicher als Binärdateien oder Datenprotokolldateien für Daten, die ursprünglich nicht in Textform vorliegen. Beispiele hierfür sind Graph- oder Diagrammdaten. Die ASCII-Darstellung von Daten ist in der Regel größer als die Daten selbst. Beispiel:
    • So kann die Zahl -123,4567 als Fließkommazahl einfacher Genauigkeit in 4 Byte gespeichert werden.
    • In der ASCII-Darstellung werden dagegen 9 Byte benötigt: ein Byte pro Zeichen.
  • Der beliebige Zugriff auf numerische Daten in Textdateien ist schwierig. Obwohl jedes Zeichen in einer Zeichenfolge genau ein Byte belegt, gibt es keine feste Breite, mit der zum Beispiel eine Zahl ausgedrückt wird. Um also beispielsweise die neunte Zahl in einer Textdatei zu finden, muss LabVIEW zuerst die vorhergehenden acht Zahlen lesen und konvertieren.
  • Beim Speichern von Zahlenwerten in Textdateien können Kommastellen verloren gehen, da die Zahlenwerte in Dezimalschreibweise gespeichert werden (normalerweise wird dazu die Binärschreibweise verwendet). Die Genauigkeit kann auch beim Schreiben der Daten in eine Textdatei beeinflusst werden. Bei Binärdateien tritt dieses Problem nicht auf.

Mit den Datei-I/O-VIs und -Funktionen können Sie mit textbasierten Dateien interagieren.

Beispiele für Textdatei-I/O

Die folgenden VIs sind Beispiele zur Verwendung von Datei-I/O in Textdateien.

  • labview\examples\File IO\Text (ASCII)\Text (ASCII) Files.lvproj
  • labview\examples\File IO\Spreadsheet\Tab-Delimited Data\Tab-Delimited Data.lvproj