Als Glitching wird bei der Erzeugung eines Signalverlaufs durch NI-DAQmx eine temporäre Vermischung der ausgegebenen Samples während des Übergangs von alten zu neuen Samples im Puffer bezeichnet. Das kann z. B. bei der kontinuierlichen Datenerzeugung passieren, wenn das Schreibattribut oder die -eigenschaft "Neugenerierungsmodus" auf "Neugenerierung zulassen" eingestellt ist. Beim Glitching wird bei der Übertragung neuer Samples in einen Puffer ein Teil dieser neuen Samples ausgegeben und dann ein Teil der alten Samples erzeugt, da noch nicht alle neuen Samples in den Puffer übertragen wurden. Nachdem alle neuen Samples in den Puffer übertragen wurden, werden nur noch die neuen Samples erzeugt.

Bei NI-DAQmx wird die Wahrscheinlichkeit von Glitching verringert, indem dafür gesorgt wird, dass sich das Übertragen neuer Samples in den Puffer und die Ausgabe von Samples nicht überlagern. Dazu wird die Übertragung der Samples in den Puffer so lange angehalten, bis die Gesamtanzahl der erzeugten Samples mehr als einen Puffer Vorsprung vor der aktuellen Schreibmarke hat. NI-DAQmx prüft allerdings nicht, ob die neuen Samples von der Datenerfassung überlagert werden. In diesem Fall kommt es zu Glitching und NI-DAQmx gibt die Warnung "kWarningPotentialGlitchDuringWrite" (Fehler 200015) aus. Beachten Sie zur Vermeidung von Glitches folgende Hinweise:

  • Geben Sie neuen Samples bei der Übertragung in den Puffer ca. einen Puffer Abstand zu den Samples, die gerade ausgegeben werden. Dadurch verringert sich die Wahrscheinlichkeit, dass bei der Ausgabe auf die neuen Samples zurückgegriffen wird, die gerade in den Puffer geschrieben werden. Wenn Sie alle Samples auf einmal in den Puffer übertragen, warten Sie so lange, bis das Attribut bzw. die Eigenschaft "Gesamtzahl der erzeugten Samples" um ein Sample größer ist als ein ganzzahliges Vielfaches der Puffergröße. Wenn die Puffergröße z. B. 1000 lautet, warten Sie mit dem Schreiben neuer Samples in den Puffer, bis z. B. 1001, 2001 oder 3001 Samples erzeugt wurden.
  • Vergrößern Sie den Puffer. Bei einem größeren Puffer besteht eine geringere Wahrscheinlichkeit, dass die Ausgabe die neuen Samples einholt, die gerade in den Puffer geschrieben werden.
  • Verringern Sie die Rate des Sample-Takts. Bei einer geringeren Rate des Sample-Takts besteht eine geringere Wahrscheinlichkeit, dass die Erzeugung die neuen Samples einholt, die gerade in den Puffer geschrieben werden.

In den folgenden Abbildungen wird die Sinusschwingung aus alten und die Rechteckschwingung aus neuen Samples erstellt. In der ersten Abbildung sehen Sie einen Signalverlauf mit Glitching.



In der zweiten Abbildung sehen Sie den gleichen Signalverlauf ohne Glitching.