Erkennen der CompactRIO-Hardware im Measurement & Automation Explorer

In diesem Abschnitt erfahren Sie, wie die Netzwerkeinstellungen für Ihren CompactRIO-Controller konfiguriert werden. Bevor Sie mit der Konfiguration beginnen, müssen Sie die nötige Software auf Ihrem Computer installieren, und Ihr CompactRIO-System sollte mit dem Entwicklungscomputer verbunden sein.

Erkennen Ihres CompactRIO-Systems

  1. Öffnen Sie den Measurement & Automation Explorer (MAX) vom Desktop aus oder über das Startmenü.
  2. Erweitern Sie die Kategorie Netzwerkumgebung.

Abbildung 1. Ansicht nach dem Erweitern der Kategorie "Netzwerkumgebung" im Measurement & Automation Explorer.

  1. Suchen Sie Ihren CompactRIO-Controller, indem Sie die Modell- und Seriennummer mit denen Ihres Geräts vergleichen:
    • Der Standardname für einen cRIO-Controller lautet NI-cRIO-MMMM-SSSSSS, wobei M die Modellnummer und S die Seriennummer ist.
    • Hilfe beim Orten der Seriennummer erhalten Sie im Artikel Finding the Serial Number of My National Instruments Product.
    • Wenn das Gerät schon einmal verwendet wurde (sich also nicht im Auslieferungszustand befindet) oder wenn kein Standardname vorhanden ist, finden Sie das Gerätemodell und die Seriennummer auch der Registerkarte "Systemeinstellungen".

Abbildung 2. Registerkarte "Systemeinstellungen" mit den Angaben zum CompactRIO-Controller.

Sobald Sie Ihr Gerät im MAX gefunden haben, installieren Sie die NI-Software auf Ihrem CompactRIO-Controller. Wenn Sie Ihr Gerät nicht finden, gehen Sie nach den folgenden Hinweisen vor.

Hilfe bei Problemen mit dem automatischen Erkennen von Geräten im Netzwerk

Beginnend mit der Version 15.0 des NI-Systemkonfigurators existiert ein so genannter Troubleshooting Remote System Discovery Wizard, mit dem sich Probleme beim Erkennen von Geräten im Netzwerk beheben lassen. Dieses Utility automatisiert einige der Prozesse zur Fehlersuche und erzeugt eine Reihe von zusätzlichen Verfahren, die speziell auf Ihr Gerät und seine Konfiguration zugeschnitten sind. Gehen Sie wie folgt vor, um das Utility zu starten.

LabVIEW 2015 oder neuer

  1. Starten Sie den MAX.
  2. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf Netzwerkumgebung und wählen Sie Assistent zum Erkennen und Beheben von Fehlern in Netzwerksystemen aus.

Abbildung 3. Auswählen des Assistenten zum Erkennen und Beheben von Fehlern in Netzwerksystemen im Measurement & Automation Explorer.

  1. Halten Sie sich genauestens an die Anweisungen.

LabVIEW 2014 und älter

  1. Laden Sie den NI-Systemkonfigurator auf Ihren PC herunter und installieren Sie ihn.
  2. Starten Sie Ihren Computer neu.
  3. Starten Sie den MAX.
  4. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf Netzwerkumgebung und wählen Sie Assistent zum Erkennen und Beheben von Fehlern in Netzwerksystemen aus.
  5. Halten Sie sich genauestens an die Anweisungen.

Manuelle Fehlersuchverfahren

Wenn Sie die neueste Version des NI-Systemkonfigurators nicht installieren können oder das Utility beim Erkennen Ihres Gerät keine Hilfe ist, gehen Sie wie folgt vor:

  • 1. Das Gerät anpingen

    • Wenn Sie die IP-Adresse oder den Host-Namen des Geräts kennen, pingen Sie es von der Befehlszeile Ihres Host-Computers an.
    • Abbildung 4. Verwenden der Windows-Eingabeaufforderung zum Pingen des CompactRIO-Systems.

    • Wenn das Gerät auf einen Ping antwortet, versuchen Sie, das Gerät im MAX durch einen Rechtsklick auf Netzwerkumgebung und Auswahl von Neu manuell hinzuzufügen.
  • Abbildung 5. Eingeben der IP-Adresse oder des Namens Ihres CompactRIO Controllers.
  • 2. Überprüfen Sie die Softwarekonfiguration auf Ihrem Host-Computer.

    Der Gerätetreiber muss mit der installierten LabVIEW-Version kompatibel sein und die Hardware, die Sie im MAX konfigurieren möchten, ausdrücklich unterstützen. Lesen Sie im Zweifelsfall noch einmal nach, welche Softwareprodukte miteinander kompatibel sind.

    Sämtliche Software muss darüber hinaus in der richtigen Reihenfolge installiert werden, die in diesem Dokument beschrieben ist. Die Software für ein CompactRIO-Zielsystem sollte in der folgenden Reihenfolge installiert werden:

  • LabVIEW
  • LabVIEW Real-Time
  • LabVIEW FPGA (bei Programmierung mit dem FPGA Interface)
  • Compact-RIO-Gerätetreiber
  • Welche Softwareversionen auf Ihrem System installiert sind, können Sie anhand dieses Dokuments herausfinden.

    3. Deaktivieren Sie vorübergehend die Netzwerk-Firewalls oder aktualisieren Sie deren Einstellungen.

    Wenn die Kommunikation mit dem Gerät durch eine Firewall verhindert wird, lässt sich durch vorübergehendes Deaktivieren der Firewall in der Regel vom MAX aus erfolgreich eine Verbindung mit dem RIO-System herstellen.

    Nach dem gelungenen Herstellen einer Verbindung mit dem Gerät ist es wichtig, sowohl die Windows-Firewall als auch Firewalls von anderen Anbietern so zu konfigurieren, dass sie für die zum Erkennen des Geräts erforderlichen Netzwerkdaten eine Ausnahme gewährleisten.

    Sie können Ausnahmen für ein Softwarepaket oder bestimmte Netzwerkports festlegen (siehe dazu die Anlage Network Ports Used for Device Discovery).

    Zum Konfigurieren der Windows-Firewall gehen Sie wie folgt vor:

    Unter Windows XP
    1. Klicken Sie auf Start»Systemsteuerung»Netzwerkverbindungen, woraufhin alle lokalen Netzwerke angezeigt werden.
    2. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf eine beliebige Verbindung und wählen Sie Eigenschaften.
    3. Wählen Sie die Registerkarte Erweitert aus und klicken Sie auf Einstellungen.
    4. Wählen Sie die Registerkarte Ausnahmen und klicken Sie auf Programm....
    5. Wählen Sie Measurement & Automation aus der Liste aus und klicken Sie auf OK.
    6. Klicken Sie in den beiden anderen Fenstern auf OK.

    Unter Windows 7
    1. Wählen Sie Start»Systemsteuerung»System und Sicherheit»Windows-Firewall»Ein Programm oder Feature durch die Windows-Firewall zulassen.
    2. Klicken Sie auf Anderes Programm zulassen.
    3. Wählen Sie "Measurement & Automation Explorer" aus der Liste aus und klicken Sie auf Hinzufügen.
    4. Klicken Sie zum Schließen der Systemsteuerung auf OK.

    Unter Windows 10
    1. Wählen Sie Start»Systemsteuerung»System und Sicherheit»Windows-Firewall»Eine App oder ein Feature durch die Windows-Firewall zulassen.
    2. Klicken Sie auf Einstellungen ändern.
    3. Setzen Sie in der Liste in das Feld neben "Measurement & Automation" ein Häkchen.
    4. Klicken Sie zum Schließen der Systemsteuerung auf OK.

    Weitere Informationen finden Sie unter Configuring Software and Hardware Firewalls to Support National Instruments Products.

    4. Schließen Sie das Gerät über ein USB-Kabel an.

    Viele neuere Geräte sind mit einem USB-Anschluss ausgestattet, mit dessen Hilfe sich das Gerät über Ethernet-over-USB (Link-Local) konfigurieren lässt.

    Wenn Ihr Gerät mit einem USB-Kabel geliefert wurde, schließen Sie das Gerät damit an den Host-Computer an.

    Wenn MAX das Gerät jetzt erkennt, können Sie die Netzwerkeinstellungen konfigurieren.

    5. Verbinden Sie einen Bildschirm mit dem System und halten Sie nach einer IP-Adresse Ausschau.

    Manche Geräte sind mit einem Anzeigeport für einen Bildschirm ausgestattet, über den Sie die Netzwerkeinstellungen des Geräts einsehen können.

    Anzeigeports funktionieren jedoch nur, wenn diese zuvor über MAX oder das Web Interface (WIF) aktiviert worden sind.

    Schließen Sie über den Mini-DisplayPort-Adapter einen Bildschirm an das Gerät an und starten Sie dieses anschließend neu. Welche Kabel für den Anzeigeport Ihres Controllers verwendet werden können, erfahren Sie im Artikel Blank Monitor Display When Connected to a cRIO.

    6. Vergewissern Sie sich, dass Sie mit dem primären Ethernet-Port des Geräts arbeiten.

    Manche Geräte unterstützen das Discovery Protocol nur am primären Ethernet-Port (dem Ethernet-Port mit der niedrigsten Nummer).

    Weitere Informationen zum primären Ethernet-Port finden Sie im Benutzerhandbuch des Geräts.

    Schließen Sie an den primären Ethernet-Port ein Kabel an und führen Sie einen Neustart des Geräts durch.

    7. Starten Sie das System im sicheren Modus.

    Durch die Ausführung im sicheren Modus wird gewährleistet, dass die Software auf dem Gerät stabil ist und die Startanwendung deaktiviert wird.

    Geräte mit DIP-Schaltern
    1. Schieben Sie den Schalter SAFE-MODE in die ON-Position.
    2. Drücken Sie die RESET-Taste, um das Gerät neu zu starten.
    Geräte ohne DIP-Schalter
    1. Halten Sie die RESET-Taste 5 Sekunden lang gedrückt und lassen Sie sie anschließend los.
    2. Die Status-LED beginnt, im Dreiertakt zu blinken. Dadurch wird angezeigt, dass sich das Gerät im sicheren Modus befindet.
    Geräte ohne Embedded-Funktionsumfang
    1. Schlagen Sie das Benutzerhandbuch Ihres Geräts auf.
    2. Folgen Sie der Anleitung für den Zugriff auf das BIOS des Geräts.
    3. Folgen Sie der Anleitung zum Konfigurieren des BIOS, so dass es im "RT Safe Mode" startet
    4. Speichern Sie die Änderungen am BIOS und starten Sie das Gerät neu, damit die Änderungen wirksam werden.

    8. Lesen Sie die Konsolenausgabe (Console Out) des Geräts aus.

    Die meisten Geräte verfügen über einen seriellen RS-232-Port, den Sie zur Ausgabe von Systeminformationen während des Startvorgangs konfigurieren können.

    Die Konsolenausgabe kann nur nach vorheriger Aktivierung verwendet werden. Die Aktivierung kann entweder über MAX, WIF oder durch Einschalten des DIP-Schalters "Console Out" (sofern auf Ihrem Gerät vorhanden) vorgenommen werden.

    Stellen Sie sicher, dass Sie über ein serielles Nullmodemkabel und eine serielle Client-Software wie PuTTY verfügen, und führen Sie die in folgendem Dokument beschriebenen Schritte durch: How Do I Enable the Console Out on CompactRIO, Single-Board RIO, CompactFieldPoint Controllers?

    9. Setzen Sie die IP-Adresse des Geräts zurück.

    Durch Zurücksetzen der IP-Adresse können IP-Adresskonflikte behoben werden, und das System kann eine neue IP-Adresse anfordern.

    Ältere Zielsysteme nehmen automatisch die statische Adresse 0.0.0.0 an. Neuere Systeme fordern eine DHCP-/Link-Local-Adresse an.

    Geräte mit DIP-Schaltern
    1. Schieben Sie den Schalter IP-RESET in die ON-Position.
    2. Drücken Sie die RESET-Taste, um das Gerät neu zu starten.
    Geräte ohne DIP-Schalter
    1. Halten Sie die RESET-Taste 5 Sekunden lang gedrückt und lassen Sie sie anschließend los. Die Status-LED beginnt, im Dreiertakt zu blinken. Dadurch wird angezeigt, dass sich das Gerät im sicheren Modus befindet.
    2. Halten Sie die RESET-Taste noch einmal 5 Sekunden lang gedrückt und lassen Sie sie anschließend los.

    10. Überprüfen Sie, ob sich Ihr Gerät im selben Subnetz wie Ihr Host-Computer befindet.

    Damit das Gerät automatisch erkannt wird, sollten sowohl der Host-PC als auch das RIO-System folgende Einstellungen haben:

    1. Die IP-Adressen sollten sich auf dasselbe Subnetz beziehen.
    2. Die Subnetzmasken sollten identisch sein.

    Informieren Sie sich ggf. bei Ihrer IT-Abteilung, welche Subnetze zu Ihrem Netzwerk gehören und welche Netzwerkeinstellungen zu deren Verwendung erforderlich sind.

    Wenn Ihr Gerät sich in einem anderen Subnetz befindet und Sie seine IP-Adresse kennen, können Sie das Zielsystem in MAX manuell hinzufügen. Klicken Sie dazu mit der rechten Maustaste auf Netzwerkumgebung»Neu und geben Sie die IP-Adresse des Geräts ein.

    Geräte mit einer 0.0.0.0-IP-Adresse können nicht von einem anderen Subnetz konfiguriert werden. In diesem Fall müssen Sie manuell Ihren Host-Computer mit demselben Subnetz wie das Gerät verbinden, ihn konfigurieren und anschließend wieder mit dem ursprünglichen Subnetz verbinden.

    Weitere Informationen erhalten Sie im Artikel Subnetting.


Weitere Informationen

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