7 essenzielle Funktionen in LabVIEW NXG für automatisierte Prüfanwendungen

Überblick

Die Systementwicklungssoftware LabVIEW NXG ist die neueste Erweiterung des NI-Softwareportfolios. Anwender können damit ihre Prüfergebnisse in einem einzigen, effizienten Werkzeug konfigurieren, automatisieren und visualisieren. Die Zeit bis zur ersten Messung lässt sich mithilfe der automatischen Erkennung von Treibern tausender Messgeräte reduzieren. Anschließend ist eine zügige Anpassung des Systems nach individuellen Vorgaben per Drag-and-drop möglich. Nach dem Einrichten und Verteilen der Anwendung haben Anwender von überall Zugriff auf ihre Ergebnisse, z. B. auf einem Tablet oder Smartphone. Erfahren Sie in diesem Whitepaper, wie Sie mit LabVIEW NXG intelligenter testen.

Inhalt

 

Erkennen und Dokumentieren von Messgeräten

In Software entwickelte Anwendungen sind in gewisser Weise an die spezielle Hardwarekonstellation, -konfiguration und -topologie des Systems gekoppelt. Nachdem die Hardware eingerichtet ist, folgt der wichtige, aber zeitaufwendige Teil für die Fehlerbehandlung, Validierung und Softwareverwaltung eines jeden Mess-, Prüf-, Steuer- und Regelprojekts. SystemDesigner bietet einen eigens vorgesehenen Bereich für die visuelle Konfiguration physikalischer Systeme, sodass Hardwarekonfiguration, Verteilung von Software, Diagnostik und Systemdokumentation in der Umgebung LabVIEW NXG möglich sind. Dadurch können Anwender produktiver entwickeln, da sie die Hard- und Softwareentwicklung durchgehend in einer einzigen Umgebung abwickeln können.

 

Abb. 1: SystemDesigner liefert eine grafische Darstellung des Hardwaresystems.

 

In diesem grafischen Werkzeug kann das Soft-Frontpanel eines Messgeräts gestartet werden, um rasch interaktive Messungen durchzuführen sowie die Pinbelegung, die Spezifikationen, die Kalibrierdaten und die Versionen der installierten Treiber des Geräts einzusehen. Sollte ein bestimmter Treiber von NI oder einem Drittanbieter nicht installiert sein, führt LabVIEW NXG dne Anwender mithilfe des NI-Paketmanagers durch die Installation der erforderlichen Gerätetreiber. Beim NI-Paketmanager handelt es sich um eine neue Oberfläche, die mit in der Industrie gängigen Paketformaten kompatibel ist.

 

Abb. 2: Die Entwurfsansicht des SystemDesigner eignet sich für das Erstellen, Konfigurieren und Dokumentieren des Systems.

 

Gerätespezifische Beispiele als Starthilfe

Anwender können sich auf ihre Testanforderungen konzentrieren, indem sie hunderte gerätespezifische ​Beispielcodemodule​ als Starthilfe nutzen, die zusammen mit ihren Treibern von NI oder Drittanbietern installiert werden. Der Zugriff auf die Beispiele ist über den Abschnitt „Lerninhalte“ des Startbildschirms von LabVIEW NXG oder über die Suchleiste innerhalb der Umgebung LabVIEW NXG möglich. Dort können Anwender nach Aufgabe oder Gerätetyp suchen. Mitgelieferte Beispiele umfassen Kommentare, die die allgemeine Funktionsweise erläutern und eine ausgezeichnete Starthilfe für Anwendungen liefern.

 

Abb. 3: Mitgelieferte Beispiele dienen als Vorlage für automatisierte Anwendungen.

 

Wiederverwenden von Tests und Funktionen

In LabVIEW NXG können mehrere Programmieransätze zusammen mit dem grafischen Datenfluss in einer einzigen Anwendung kombiniert werden. Dank dieser Flexibilität können Anwender das Werkzeug ihrer Wahl für die Erstellung von Steuer-, Regel-, Konfigurations- oder Messbibliotheken für den Prüfling nutzen. LabVIEW NXG erlaubt die Integration verschiedener Sprachen in eine Anwendung und bietet weitreichende Kompatibilität zu anderer Software, die lokal oder im Netzwerk ausgeführt wird, sodass Teams schneller erfolgreich arbeiten können. Anwender können in einer übergeordneten LabVIEW-NXG-Anwendung vorhandene DLLs aufrufen und *.m-Dateien oder C-Code integrieren.

 

Abb. 4: Vorhandene Aufgaben aus anderen Programmiersprachen lassen sich innerhalb einer übergeordneten LabVIEW-NXG-Anwendung weiterhin nutzen.

 

Entwickeln von Benutzeroberflächen

LabVIEW NXG bietet vektorbasierte Drag-and-drop-Objekte für die Benutzeroberfläche sowie Entwicklungstools, die Anwender bei der Erstellung professioneller Benutzeroberflächen so unterstützen, dass sie ihr Messsystem mit Prüfingenieuren und -technikern teilen können. NI hat sich bei der Entwicklung von LabVIEW NXG an praktischen Anwendungsfällen orientiert, weshalb die Bedienoberfläche im Gegensatz zu den meisten Programmiersprachen und -umgebungen standardmäßig technische und wissenschaftliche Anzeigeelemente enthält. Anwender können einen digitalen Prüfvektor mithilfe eines digitalen Signalverlaufsgraphen anzeigen lassen sowie Zeit- und Frequenzbereichsinformationen direkt vergleichen. Zur idealen Darstellung der Messwerte können Objekte für die Benutzeroberfläche, wie Einheiten, Skalierung und Messbereich, mithilfe vorgefertigter Designs und Farben angepasst werden. Die Gestaltung von Benutzeroberflächen lässt sich zudem mit Ausrichtungswerkzeugen, dynamischen Anleitungen und Layoutrastern verbessern. Des Weiteren kann die Anzeige mithilfe von Vektorgrafiken verkleinert und vergrößert werden, ohne dabei Kompromisse bei der Auflösung oder Qualität eingehen zu müssen.

 

Abb. 5: Alle wichtigen Informationen zu einem? Prüfsystem lassen sich in einer anwendungsbezogenen grafischen Benutzeroberfläche kombinieren.

 

Einblicke in gesammelte Daten

Das Ziel einer jeden Messanwendung besteht darin, Daten zur fundierten Entscheidungsfindung zu erfassen. Dank der in LabVIEW NXG integrierten Datenerfassung und -analyse lassen sich ohne Umwege Erkenntnisse gewinnen. Hinter diesem Konzept steckt die Philosophie, dass Daten, die man sehen kann, auch mit einem einzigen Klick zu erfassen sind. Dazu gehören Signale, Konfigurationen, Analyseergebnisse sowie Ein- und Ausgänge – quasi alles in der Umgebung. Für eine einfache und interaktive Datenverwaltung ermöglicht LabVIEW NXG dann die Zusammenführung aller Projektdaten in einer zentralen Datenablage.

Mithilfe der Datenanzeige in LabVIEW NXG können Anwender erfasste Daten prüfen, indem sie einzelne Werte durchlaufen und den Abschnitt eines Signals vergrößern. In der Datenanzeige lassen sich umgehend datenbasierte Entscheidungen treffen, da zwölf integrierte Analyse-Panels in LabVIEW NXG bereitstehen, mit denen Analysen an zuvor erfassten Datensätzen durchgeführt werden können. In einem Analyse-Panel lassen sich aufgezeichnete Signale analysieren, imdem die Parameter der Analysefunktion interaktiv festgelegt und die Auswirkungen auf das Signal in Echtzeit angezeigt werden.

 

Abb. 6: Datenerfassung und interaktive Datenanalysen sind mithilfe der Datenanzeige und Analyse-Panels in LabVIEW NXG möglich.

 

Erstellen skalierbarer Bibliotheken und Verteilen von Systemen

Mit LabVIEW NXG können Anwender Desktop-Anwendungen, Webanwendungen, Binärbibliotheken und wiederverwendbare Quellcodebibliotheken erstellen. Sie können ein einziges Dokument mit allen Versions- und Build-Einstellungen zur Erstellung neuer Anwendungen und Bibliotheken entwickeln und mehrere Namensräume festlegen, um Quell- und Hilfsdateien zu ordnen. Software kann mithilfe von Standardtechnologien für die Paketerstellung und -verwaltung verteilt werden, sodass Systeme zuverlässig und sicher repliziert werden können.

 

Abb. 7: LabVIEW NXG ermöglicht die effiziente Erstellung und Freigabe modularer Anwendungen und Bibliotheken für eine vereinfachte Anwendungsverwaltung.

 

Ortsunabhängiges Anzeigen von Ergebnissen

Langzeittests profitieren von der Fernüberwachung oder sogar -steuerung auf mehreren Geräten und Betriebssystemen, besonders dann, wenn Systeme erweitert oder auf unterschiedliche Standorte verteilt werden. Beim LabVIEW NXG Web Module handelt es sich um ein Zusatzpaket zu LabVIEW NXG, mit dem webbasierte Benutzeroberflächen entwickelt und bereitgestellt werden können. Mit diesem Modul ist ein abstrahierter Ansatz bei der Erstellung von VIs möglich, die so ohne Plugins oder Installationsprogramme auf jedem modernen Webbrowser ausgeführt werden können. Mithilfe dieser VIs können Anwender vorhandene Applikationen erweitern sowie Status- und Analyseinformationen leichter mit Kollegen austauschen.

 

Abb. 8: Das LabVIEW NXG Web Module ist ein Zusatzpaket zu LabVIEW NXG, mit dem Anwender webbasierte Benutzeroberflächen entwickeln und bereitstellen können.

 

Das LabVIEW NXG Web Module beinhaltet Web-VIs zur Erstellung von Benutzeroberflächen mithilfe gängiger Webtechnologien (HTML, CSS, JavaScript) über leistungsstarke Drag-and-drop-Widgets. Dank der offenen Web-VIs lassen sich Inhalte aus dem Internet importieren oder Programmcodes in gängige Webentwicklungstools exportieren. Anwender können die Kommunikation zwischen mehreren Entwicklungssystemen und Benutzeroberflächen mithilfe der enthaltenen Datenkommunikations-APIs aufeinander abstimmen, die auf Standardtechnologien (AMQP, HTTP, Websocket) für LabVIEW, LabVIEW NXG und Client-Anwendungen von Drittanbietern basieren. Mit dem im Lieferumfang enthaltenen NI Web Server oder einem ähnlichen Drittanbieterprodukt können die Benutzeroberflächen in der Cloud oder lokal gehostet werden. Die für den jeweiligen Anwender relevanten Daten lassen sich durch einen abgestuften Zugang zu Benutzeroberflächen auf Grundlage von Benutzerrollen und -rechten sicher zur Verfügung stellen.

 

Nächste Schritte