1. Übersicht über Onboard-Speicher
Digitale I/O-Geräte brauchen oft mehrere Megabytes Onboard-Speicher, um Daten zu erfassen und zu generieren. Der Onboard-Speicher ermöglicht viel höhere Datenraten als das Streaming vom Systemspeicher über einen Kommunikationsbus wie PCI. Meist gibt es separate Speicher für die Erfassung und Generierung. Ein 64-MS-Gerät besitzt beispielsweise zwei Speicherblöcke für 64 MS – einen für die Erfassung und einen für die Generierung.
2. Onboard-Speicher-Generierung
Signalformen und Skripte werden gemeinsam im Gerätespeicher abgelegt. Sie werden in zusammenhängenden Blöcken gespeichert, die in der Reihenfolge, in der sie geschrieben werden, im Speicher auftauchen. Um Speicherplatz für neue Signale freizumachen, können auch einzelne Signalformen vom Gerät gelöscht werden.
Das Löschen von Signalformen, die sich nicht am Ende des genutzen Speicherplatzes befinden, kann zu einer Fragmentierung des Speichers führen. Folgendes Szenario verdeutlicht die Speicherfragmentierung. Zunächst wird angenommen, dass sich momentan vier Signalformen im Speicher befinden (s. Abb.). Die Größen – in Megasamples – sind zum besseren Verständnis angegeben.

In vorhergehender Abbildung ist genug Speicher frei, um ein weiteres Signal mit 22 MS zu schreiben. Wird Signal C gelöscht, wird der dafür genutzte Speicher frei (siehe nachfolgende Abbildung).

Da Signale jedoch immer zusammenhängend im Speicher abgelegt werden, hat das größte Signal, das gespeichert werden kann, immer noch 22 MS. Das Schreiben des Signals C wäre vorteilhaft, da das Löschen desselben Signals einen einzelnen Block freien Speicherplatzes geräumt hätte (siehe folgende Abbildung).

In dieser Situation können 37 MS auf das Gerät geschrieben werden. Wenn ein Skript für einen dynamischen Erzeugungsvorgang erstellt wird, nimmt dies auch etwas Speicherplatz in Anspruch (siehe Abbildung).

3. Onboard-Speicher-Erfassung
Wird ein Erfassungsvorgang gestartet, wartet das Gerät auf den Starttrigger. Empfängt es diesen, beginnt es mit der Erfassung von Daten und speichert sie in den Gerätespeicher. Das erste erfasste Sample markiert den Anfang der Aufzeichnung (siehe Abbildung)

Wurde kein Starttrigger konfiguriert, beginnt die Erfassung sofort nach dem Start des Vorgangs. Nachdem das Gerät den Starttrigger erkannt und die konfigurierte Anzahl an Vortrigger-Samples erfasst hat, kann es nun auch einen Referenztrigger erkennen. Während es darauf wartet, werden weiterhin Samples im Gerätespeicher abgelegt. Wenn die Aufzeichnung "überläuft", überschreiben die neuesten die ältesten Samples in der Aufzeichnung. Nachdem das Gerät den Referenztrigger empfängt, erfasst es alle nötigen Nachtrigger-Samples und beendet die Erfassung (siehe Abbildung).

Wurde kein Referenztrigger konfiguriert, wird eine einzelne Datenaufzeichnung erfasst.
Abrufen von erfassten Daten
Auch die Daten, die zwischen Starttrigger und dem ersten Vortrigger-Sample erfasst wurden, können abgerufen werden. Folgende Abbildung zeigt die vier gängigen Abrufpositionen.

Wenn kein Referenztrigger konfiguriert wurde, entsprechen das erste Vortrigger-Sample und der Referenztrigger dem ersten Sample.
Multirecord-Erfassungen
Bei Erfassungen im Multirecord-Modus startet der Vortrigger die Erfassung oder den Abrufvorgang für die zweite und alle nachfolgenden Aufzeichnungen. Deshalb wird der in obigen Abbildungen gezeigte Starttrigger bei allen Aufzeichnungen, die auf die erste folgen, durch einen Vortrigger ersetzt.
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