Fehlersuchwerkzeuge in LabVIEW

Behandelte Themen

LabVIEW enthält einige leistungsstarke Fehlersuchwerkzeuge, mit denen Sie problematische Codeabschnitte finden und entsprechende Änderungen vornehmen können. Es gibt zwei allgemeine Arten von Softwarefehlern – Fehler, die eine Ausführung des Programms verhindern, und Fehler, die zu falschen Ergebnissen oder inkorrektem Verhalten führen. Hier erfahren Sie, wie beide Arten von Fehlern gefunden und behoben werden.

Wenn Ihr VI nicht ausgeführt werden kann, wird der "Ausführen"-Pfeil zweigeteilt dargestellt. In der Fehlerliste werden mögliche Fehlerursachen angezeigt. Die Ursachen für Fehlfunktionen von VIs sind etwas schwerer zu finden. Es gibt aber eine Reihe von Werkzeugen in LabVIEW, mit denen Sie Ihren Programmcode während der Ausführung untersuchen können.

Korrigieren von Fehlern in VIs


Wenn ein VI nicht ausgeführt werden kann, enthält es einen Fehler. Der Pfeil auf der Schaltfläche "Ausführen" wird in diesem Fall zweigeteilt dargestellt.

Das bedeutet in der Regel, dass ein erforderlicher Eingang nicht verbunden oder eine Verbindung ungültig ist. Klicken Sie auf die Schaltfläche mit dem durchbrochenen Pfeil. Daraufhin öffnet sich eine Fehlerliste. In der Fehlerliste werden alle Fehler mit einer Problembeschreibung aufgeführt. Sie können einen Fehler in der Liste doppelt anklicken und so direkt zur betreffenden Stelle im VI springen.

Fehlersuche in nicht ausführbaren VIs

Wenn es Warnungen zu einem VI gibt, kann das VI dennoch ausgeführt werden. Warnungen sollen Ihnen dabei helfen, potentielle Probleme in VIs zu erkennen. Bei Fehlern dagegen kann ein VI nicht ausgeführt werden. Alle Fehler müssen vor dem Ausführen des VIs behoben werden.

Klicken Sie auf die durchbrochene Schaltfläche "Ausführen" oder wählen Sie Anzeigen»Fehlerliste, um die Fehlerursachen anzuzeigen. Im Fenster "Fehlerliste" werden alle Fehler aufgeführt. Im Abschnitt "Fehlerhafte Elemente" werden alle Dateien mit Fehlern aufgelistet. Wenn mehrere Elemente den gleichen Namen haben, wird zusätzlich die Anwendungsinstanz jedes Elements angezeigt. Im Abschnitt "Fehler und Warnungen" werden alle Fehler und Warnungen zum VI angezeigt, das Sie unter "Fehlerhafte Elemente" markiert haben. Unter "Details" werden die Fehler und in manchen Fällen auch Hinweise zur Fehlerbehebung angezeigt. Mit einem Klick auf die Schaltfläche "Hilfe" öffnet sich die Fehlerbeschreibung in der LabVIEW-Hilfe, und Sie erfahren, wie der Fehler Schritt für Schritt behoben wird.

Klicken Sie auf die Schaltfläche Fehler anzeigen oder klicken Sie die Fehlerbeschreibung doppelt an, damit das fehlerhafte Objekt im Blockdiagramm oder Frontpanel angezeigt wird.

Abbildung 1: Beispiel für das Dialogfeld "Fehlerliste"

Häufige Fehlerursachen

Die folgende Liste enthält häufige Ursachen dafür, warum ein VI während der Bearbeitung als nicht ausführbar gekennzeichnet wird:

  • Eine Verbindung im Blockdiagramm ist fehlerhaft. Das kann daran liegen, dass die Datentypen der verbundenen Anschlüsse nicht zueinander passen oder ein Verbindungsende lose ist. Informationen zum Beheben von Verbindungsfehlern finden Sie unter "Beheben von Verbindungsfehlern" in der LabVIEW-Hilfe.
  • Ein erforderlicher Blockdiagrammanschluss wurde offen gelassen. Welche Ein- und Ausgänge verbunden werden müssen, damit ein VI funktioniert, ist im Abschnitt "Verbinden von Blockdiagrammobjekten" der LabVIEW-Hilfe beschrieben.
  • Ein SubVI ist fehlerhaft oder das SubVI-Anschlussfeld wurde nach Einfügen des SubVIs ins Blockdiagramm geändert.

Beheben von Verhaltensfehlern

Wenn Ihr VI ausgeführt werden kann, aber falsche Ergebnisse erzeugt, liegt ein Funktionsfehler im Programmcode vor. In LabVIEW gibt es verschiedene Werkzeuge, mit denen Sie Ihren Programmcode untersuchen können.

Symbolleiste im Blockdiagramm-Fenster

Beim Ausführen eines VIs werden in der Symbolleiste des Blockdiagramms zusätzliche Schaltflächen zur Fehlersuche angezeigt. Die folgende Symbolleiste wird im Blockdiagramm angezeigt.


Klicken Sie zur Visualisierung des Programmablaufs im Blockdiagramm auf die Schaltfläche "Highlight-Funktion". Hier können Sie den Fluss der Daten durch das Blockdiagramm beobachten. Zum Deaktivieren der Highlight-Funktion klicken Sie erneut auf diese Schaltfläche.

Bei aktivierter Highlight-Funktion wird mit Hilfe von Kreisen der Datenfluss im Blockdiagramm veranschaulicht. Sinnvoll ist es, zusammen mit der Highlight-Funktion die Einzelschrittausführung zu nutzen. So können Sie sehen, wie Daten von Knoten zu Knoten durch ein VI geleitet werden.

Hinweis: Bei aktivierter Highlight-Funktion wird die Ausführungsgeschwindigkeit des VIs erheblich herabgesetzt.

Abbildung 2: Anwendungsbeispiel für die Highlight-Funktion


Klicken Sie auf die Schaltfläche "Verbindungswerte speichern", um die Verbindungswerte an jedem Punkt der Ausführung zu speichern. Wenn Sie eine Sonde an die Verbindung anlegen, werden stets die neuesten Werte angezeigt. Sie müssen das VI mindestens einmal erfolgreich ausführen, bevor Werte angezeigt werden können.


Klicken Sie auf die Schaltfläche "Hineinspringen", um einen Knoten zu öffnen und anzuhalten. Klicken Sie nun erneut auf diese Schaltfläche, so wird der erste Schritt ausgeführt, eine weitere Ausführung des Sub-VIs oder der Struktur erfolgt jedoch nicht. Sie können auch die Taste <Strg> und den Pfeil nach unten drücken. Auf diese Weise durchlaufen Sie das VI Knoten für Knoten. Jeder Knoten blinkt kurz auf, um anzuzeigen, wann er zur Ausführung bereit ist.


Klicken Sie auf die Schaltfläche "Überspringen", um einen Knoten auszuführen und am nächsten Knoten anzuhalten. Sie können auch die Taste <Strg> und den Pfeil nach rechts drücken. Durch Überspringen eines Knotens führen Sie diesen zwar aus, jedoch nicht im Einzelschrittmodus.


Klicken Sie auf die Schaltfläche "Herausspringen", um die Ausführung des aktuellen Knotens zu beenden und anzuhalten. Wenn das VI die Ausführung beendet, wird die Schaltfläche "Herausspringen" ausgegraut. Sie können auch die Taste <Strg> und den Pfeil nach oben drücken. Wenn Sie aus einem Knoten herausspringen, beenden Sie die Einzelschrittausführung durch den Knoten und fahren beim nächsten Knoten fort.


Die Schaltfläche "Warnung" wird angezeigt, wenn ein VI eine Warnung enthält und die Option "Warnungen anzeigen" im Fenster "Fehlerliste" aktiviert ist. Die Schaltfläche "Warnung" wird angezeigt, wenn ein potentielles Problem mit dem Blockdiagramm besteht, das VI aber trotzdem ausführbar ist.

Sondenwerkzeug


Mit einer Sonde können während der Ausführung eines VIs Zwischenwerte an Verbindungen entnommen werden.

Das Sondenwerkzeug eignet sich besonders für komplizierte Blockdiagramme mit mehreren Operationen, von denen jede zu einem falschen Ergebnis führen kann. Verwenden Sie das Sondenwerkzeug zusammen mit der Highlight-Funktion, dem Einzelschrittmodus und Haltepunkten, um festzustellen, ob und wo falsche Werte auftreten. Wenn Werte vorliegen, zeigt die Sonde diese sofort während des Einzelschrittmodus oder mit der Highlight-Funktion im Sondenüberwachungsfenster an. Das Gleiche gilt, wenn die Ausführung an einem Haltepunkt unterbrochen wird. Wenn die Ausführung in Einzelschritten durchlaufen oder an einem Haltepunkt angehalten wird, können Sie die Sonde auch in die gerade genutzte Verbindung einfügen und sich den weitergeleiteten Wert ansehen.

Erlernen Sie die LabVIEW-Grundlagen auf eine neue Art

Besuchen Sie auch unsere neuen, interaktiven Lehrvideos zum Erlernen der LabVIEW-Grundlagen.

Weiter

Zurück Gängige Werkzeuge
Datenstrukturen Weiter