Datenstrukturen in LabVIEW

Behandelte Themen

String-Datentyp


Ein String ist eine Folge darstellbarer und nicht darstellbarer ASCII-Zeichen. Strings sind plattformunabhängig. Sie werden unter anderem in folgenden Anwendungsbereichen eingesetzt:

  • Erstellen von einfachen Textmeldungen
  • Steuern von Messgeräten durch Senden von Befehlen an das Gerät. Die Rückmeldung des Geräts kann dabei entweder in Form von ASCII- oder Binär-Strings vorliegen, die in Zahlenwerte umgerechnet werden können.
  • Speichern von Zahlenwerten auf einem Datenträger. Zum Speichern von Zahlenwerten in einer ASCII-Datei auf dem Datenträger müssen Sie die Werte zunächst in Strings umwandeln.
  • Erstellen von Dialogfeldern mit Anweisungen und Eingabeaufforderungen

Auf dem Frontpanel werden Strings in Tabellen, Texteingabefeldern und Beschriftungen verwendet. Mit Hilfe der in LabVIEW enthaltenen VIs und Funktionen können Sie Strings beispielsweise formatieren oder analysieren. In LabVIEW werden Strings rosa dargestellt.

Weiter Informationen zu String-Daten

Numerischer Datentyp

In LabVIEW können numerische Daten als Fließkommawerte, Festkommawerte, ganze Zahlen (Integer), vorzeichenlose Integer und komplexe Zahlen dargestellt werden. Komplexe numerische Daten sowie Werte mit doppelter und einfacher Genauigkeit werden in LabVIEW orange dargestellt. Die Anzeige ganzer Zahlen erfolgt in blau.

Hinweis: Der Unterschied zwischen den numerischen Datentypen besteht in der Anzahl der Bits, die zur Speicherung der Daten verwendet werden, und den Datenwerten, die sie darstellen.

Für bestimmte Datentypen gibt es auch erweiterte Konfigurationsoptionen. Zum Beispiel können Fließkommawerten (einschließlich komplexen Werten) physikalische Maßeinheiten zugewiesen werden und für Festkommawerte können Sie Kodierung und Bereich festlegen.

Weitere Informationen zu numerischen Daten

Tabelle numerischer Datentypen

Boolescher Datentyp


Boolesche Werte werden in LabVIEW durch acht Bit dargestellt. Mit booleschen Werten werden in LabVIEW 0 und 1 oder TRUE und FALSE ausgedrückt. Ist der 8-Bit-Wert 0, so lautet der boolesche Wert FALSE. Alle Werte ungleich 0 stehen für TRUE. Mit booleschen Werten werden beispielsweise digitale Daten dargestellt. Eine andere Anwendung sind Frontpanel-Elemente wie Schalter für die Steuerung von Ausführungsstrukturen (z. B. Case-Struktur). Ein boolesches Element wird in der Regel als bedingte Anweisung für das Beenden von While-Schleifen verwendet. In LabVIEW werden boolesche Werte grün gekennzeichnet.

Weitere Informationen zum Schaltverhalten boolescher Elemente

Dynamischer Datentyp

Die meisten Express-VIs arbeiten mit dem dynamischen Datentyp, der als dunkelblauer Anschluss dargestellt wird.

Mit den VIs "In dynamische Daten konvertieren" und "Von dynamischen Daten konvertieren" können Sie Fließkommazahlen und boolesche Werte folgender Datentypen in dynamische Daten umwandeln:

  • 1D-Array aus Signalverläufen
  • 1D-Array aus Skalaren
  • 1D-Array aus Skalaren - aktueller Wert
  • 1D-Array aus Skalaren - ein Kanal
  • 2D-Array aus Skalaren - Spalten sind Kanäle
  • 2D-Array aus Skalaren - Zeilen sind Kanäle
  • Einzelner Skalar
  • Einzelner Signalverlauf

Dabei sollte immer ein Anzeigeelement gewählt werden, mit dem sich die Werte bestmöglich darstellen lassen. Zu den Anzeigeelementen gehören Graphen, Diagramme sowie numerische und boolesche Anzeigen. Da dynamische Daten aber automatisch dem dazugehörigen Anzeigeelement angepasst werden, kann die Ausführung des Blockdiagramms durch Express-VIs verlangsamt werden.

Der Datentyp "dynamisch" ist speziell für Express-VIs entwickelt worden und ist daher für die meisten sonstigen Funktionen, mit denen LabVIEW ausgeliefert wird, ungeeignet. Wenn ein VI oder eine Funktion in LabVIEW dynamische Daten analysieren oder anderweitig verarbeiten soll, müssen die Daten daher zunächst umgewandelt werden.

Weitere Informationen zu dynamischen Daten

Arrays

Hin und wieder ist es sinnvoll, zueinandergehörige Daten zusammenzufassen Dazu können Sie in LabVIEW Arrays und Cluster nutzen. In Arrays werden Daten gleichen Datentyps und in Clustern Daten unterschiedlichen Datentyps zusammengefasst.

Ein Array besteht aus einzelnen Elementen und hat verschiedene Dimensionen. Die Elemente sind die Werte, aus denen sich das Array zusammensetzt. Eine Dimension definiert die Länge, Höhe oder Tiefe eines Arrays. Ein Array kann eine oder mehrere Dimensionen und bei einem entsprechend großen Speicher bis zu (231)–1 Elemente pro Dimension enthalten.

Arrays können Zahlen, boolesche Werte, Pfade, Strings, Signalverläufe und Cluster enthalten. Sie bieten sich besonders bei ähnlichen Daten oder sich wiederholenden Berechnungen an. Arrays eignen sich nicht nur zum Speichern von Signalverläufen – auch die Ausgangswerte von Schleifen können in Arrays gespeichert werden. In diesem Fall wird bei jeder Schleifeniteration ein neues Array-Element erzeugt.

Hinweis: Array-Indizes beginnen in LabVIEW mit Null. Das heißt, der Index des ersten Elements im Array ist immer Null, unabhängig von der Dimension des Arrays.

Array-Elemente unterliegen einer Ordnung. Bei einem Array wird ein Index verwendet, so dass Sie auf jedes Element direkt zugreifen können. Die Index-Nummerierung beginnt bei 0 und endet bei n-1, wobei n für die Gesamtzahl der Elemente des Arrays steht. Zum Beispiel steht n-12 für die zwölf Monate des Jahres. Der Index umfasst den Bereich 0 bis 11. März ist der dritte Monat und hat somit den Index 2.

In Abbildung 1 sehen Sie ein Beispiel für ein Zahlen-Array. Das erste Element im Array (3,00) entspricht dem Indexwert 1 und das zweite Element (1,00) dem Indexwert 2. Das Element mit dem Indexwert 0 wird in dieser Abbildung nicht angezeigt, da Element 1 ausgewählt ist. Der in der Indexanzeige ausgewählte Wert bezieht sich immer auf das erste Element links in der Elementanzeige.

(1) Indexanzeige  |  (2) Elementanzeige

Abbildung 1: Zahlen-Array

Erstellen von Array-Bedien- und -Anzeigeelementen

Zur Erzeugung eines Array-Elements fügen Sie einen Array-Container (vgl. Abbildung 2) auf dem Frontpanel ein und ziehen ein Datenobjekt oder Element in den Container. Dabei kann es sich beispielsweise um ein numerisches oder ein String-Element handeln.

Abbildung 2: Einfügen eines numerischen Elements in einen Array-Container

Wenn Sie versuchen, ein ungültiges Bedien- oder Anzeigeelement in den Array-Container zu ziehen, ist das Ablegen im Array-Container nicht möglich.

Leere Array-Container können im Blockdiagramm nicht verwendet werden. Der Array-Anschluss wird sonst mit einem schwarzen Rahmen und einer leeren Klammer angezeigt und ihm ist kein Datentyp zugeordnet.

Zweidimensionale Arrays

Die bisherigen Beispiele gelten jedoch nur für 1D-Arrays. Bei einem 2D-Array werden die Elemente in einem Raster gespeichert. Dazu wird allerdings ein Spalten- und ein Zeilenindex zum Suchen eines Elements benötigt, der jeweils bei 0 beginnt. In Abbildung 3 sehen Sie ein 2D-Array mit jeweils acht Zeilen und Spalten. Es enthält also 8 × 8 = 64 Elemente.

Abbildung 3: 2D-Array

Zum Hinzufügen einer Dimension klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die Indexanzeige und wählen Sie aus dem Kontextmenü die Option "Dimension hinzufügen" aus. Es ist aber auch möglich, die Indexanzeige durch Aufziehen auf die gewünschte Dimensionsanzahl zu erweitern.

Initialisierung von Arrays

Arrays können initialisiert werden oder uninitialisiert bleiben. Bei einem initialisierten Array ist die Anzahl der Elemente pro Dimension und der Inhalt jedes Elements angegeben. Ein nicht initialisiertes Array enthält eine feste Anzahl an Dimensionen, aber keine Elemente. In Abbildung 4 ist ein nicht initialisiertes 2D-Array dargestellt. Wie Sie sehen, sind alle Elemente ausgegraut. Das bedeutet, dass das Array nicht initialisiert ist.

Abbildung 4: Nicht initialisiertes 2D-Array

Nachdem Sie bei einem 2D-Array ein Element initialisiert haben, werden alle nicht initialisierten Elemente in der Spalte und vorherigen Spalten ebenfalls initialisiert und auf den voreingestellten Wert für den entsprechenden Datentyp gesetzt. In Abbildung 5 wurde in Spalte 2 des Arrays der Wert 4 eingegeben. Die vorherigen Elemente in Spalte 0, 1 und 2 werden auf 0 initialisiert, was dem Standardwert des Datentyps "numerisch" entspricht.

Abbildung 5: Initialisiertes 2D-Array mit neun Elementen

Erstellen von Array-Konstanten

Zum Erstellen einer Array-Konstante im Blockdiagramm wählen Sie eine solche aus der Funktionenpalette aus, fügen einen Array-Container in das Blockdiagramm ein und ziehen einen String, einen Cluster oder eine numerische oder boolesche Konstante hinein. Eine Array-Konstante kann auch als Basis für den Vergleich mit einem anderen Array oder zum Speichern von Konstanten dienen.

Auto-Indizierung von Array-Eingängen


Wenn Sie ein Array mit dem Ein- oder Ausgang einer For- oder While-Schleife verbinden, können Sie durch Auto-Indizierung jede Iteration der Schleife einem Array-Element zuordnen. Das Symbol des Tunnels wird dann nicht mehr als einfarbiges Rechteck dargestellt. Es entspricht der Abbildung unten. Um den Status der Indizierung zu ändern, klicken Sie den Tunnel mit der rechten Maustaste an und wählen Sie "Indizierung aktivieren" oder "Indizierung deaktivieren".

Array-Eingänge

Wenn Sie die Auto-Indizierung für ein mit einer For-Schleife verbundenes Array aktivieren, stellt LabVIEW den Zähleranschluss entsprechend der Array-Größe ein, so dass Sie den Zähleranschluss nicht verbinden müssen. Da Arrays mit For-Schleifen elementweise verarbeitet werden können, wird die Auto-Indizierung per Voreinstellung für jedes Array aktiviert, das Sie mit einer For-Schleife verbinden. Wenn Arrays nicht elementweise verarbeitet werden müssen, kann die Auto-Indizierung deaktiviert werden.

In Abbildung 6 entspricht die Anzahl der Iterationen der For-Schleife der Anzahl der Elemente im Array. Normalerweise ist der Pfeil auf der Schaltfläche "Ausführen" unterbrochen, wenn der Schleifenzähler offen gelassen wird. In diesem Fall ist das VI jedoch nicht fehlerhaft.

Abbildung 6: Array zum Einstellen des Schleifenzählers

Wenn Sie für mehrere Tunnel die Auto-Indizierung aktivieren und den Zählanschluss mit einem Wert verbinden, richtet sich die Iterationsanzahl nach dem kleinsten Wert. Wenn beispielsweise an der Schleife zwei automatisch indizierte Arrays anliegen (eines davon mit zehn und das andere mit 20 Elementen) und Sie den Zählanschluss mit dem Wert 15 verbinden, wird die Schleife trotz dieses Werts nur zehnmal ausgeführt. Während dieser Zeit werden alle Elemente des ersten Arrays und die ersten zehn Elemente des zweiten Arrays indiziert.

Array-Ausgänge

Bei indiziertem Ausgangstunnel empfängt das Ausgangs-Array bei jeder Schleifeniteration ein neues Element. Daher entsprechen automatisch indizierte Ausgangs-Arrays in der Größe immer der Anzahl der Iterationen.

Die Verbindung vom Ausgangstunnel zur Array-Anzeige wird mit der Änderung in ein Array vom Schleifenrand an dicker und der Ausgabetunnel enthält eckige Klammern, die ein Array darstellen.

Abbildung 7: Auto-indizierter Ausgang

Zum Ein- und Ausschalten der Auto-Indizierung klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den Schleifenrand und wählen Sie aus dem Kontextmenü die Option "Indizierung aktivieren" oder "Indizierung deaktivieren" aus. Die Auto-Indizierung für While-Schleifen ist per Voreinstellung deaktiviert.

Die Auto-Indizierung muss beispielsweise deaktiviert werden, wenn Sie nur den letzten Wert des Tunnels benötigen.

Erstellen von zweidimensionalen Arrays

2D-Arrays werden mit zwei For-Schleifen erstellt, wobei sich eine Schleife in der anderen befindet. Die äußere FOR-Schleife liefert die Zeilenelemente, die innere FOR-Schleife die Spaltenelemente.

Abbildung 8: Erstellen eines 2D-Arrays

Cluster

 

Video: Cluster

Cluster bieten Ihnen die Möglichkeit, Daten unterschiedlichen Typs zu gruppieren. Ein Beispiel für einen Cluster ist der LabVIEW-Fehler-Cluster, der einen booleschen Wert, einen numerischen Wert und einen String enthält. Ein Cluster entspricht einem Datensatz oder einer Struktur in befehlsorientierten Programmiersprachen.

Durch Bündeln mehrerer Datenelemente zu einem Cluster wird das Blockdiagramm übersichtlicher und für SubVIs werden weniger Anschlussfeldanschlüsse benötigt. Ein Anschlussfeld kann maximal 28 Anschlüsse enthalten. Wenn das Frontpanel mehr als 28 Bedien- und Anzeigeelemente enthält, die an ein anderes VI weitergegeben werden sollen, fassen Sie einige als Cluster zusammen und weisen Sie dem Cluster einen Anschluss des Anschlussfelds zu.

Die meisten Cluster im Blockdiagramm sind durch ein rosafarbenes Verbindungsmuster und Symbol gekennzeichnet. Fehler-Cluster haben dunkelgelbe Verbindungsmuster und Datentypanschlüsse. Cluster aus Zahlenwerten werden durch ein braunes Verbindungsmuster und Symbol dargestellt. Diese Cluster können mit numerischen Funktionen, wie beispielsweise "Addieren" oder "Quadratwurzel", verbunden werden, um eine Rechenoperation gleichzeitig an allen Cluster-Elementen durchzuführen.

Reihenfolge der Cluster-Elemente

Obwohl Cluster- und Array-Elemente geordnet sind, müssen Cluster und Arrays mithilfe der Funktion "Aufschlüsseln" in ihre Bestandteile aufgegliedert werden. Mit der Funktion "Nach Namen aufschlüsseln" werden Cluster-Elemente nach ihren Namen aufgeschlüsselt. Bei Verwendung dieser Funktion müssen alle Elemente beschriftet sein. Cluster unterscheiden sich auch durch ihre feste Größe von Arrays. Ein Cluster kann genau wie ein Array als Bedien- oder Anzeigeelement verwendet werden. Ein Cluster kann jedoch immer nur einen Elementtyp (Bedien- oder Anzeigeelement) enthalten.

Erstellen von Cluster-Bedien- und -Anzeigeelementen

Zum Erzeugen eines Cluster-Elements fügen Sie einen Cluster-Container (wie im folgenden Frontpanel dargestellt) in das Frontpanel ein. Ziehen Sie anschließend ein Datenobjekt oder Element hinein. Dabei kann es sich um ein numerisches, boolesches, String-, Pfad-, Referenz-, Cluster- oder Array-Element handeln.

Ziehen Sie den Cluster-Container beim Einfügen des Elements auf die gewünschte Größe auf.

Abbildung 9: Erstellen von Cluster-Bedienelementen

In Abbildung 10 sehen Sie ein Beispiel für einen Cluster mit drei Bedienelementen: einem String-Element, einem booleschen Schalter und einem numerischen Element.

Abbildung 10: Beispiel für ein Cluster-Bedienelement

Erstellen von Cluster-Konstanten

Zum Erstellen einer Cluster-Konstante im Blockdiagramm wählen Sie eine solche aus der Funktionenpalette aus, fügen den Cluster-Container in das Blockdiagramm ein und ziehen eine Konstante (String, Cluster, numerisch oder boolesch) hinein. Sie können eine Cluster-Konstante für den Vergleich mit einem anderen Cluster oder zum Speichern von konstanten Daten verwenden.

Wenn sich auf dem Frontpanel ein Cluster-Element befindet und Sie im Blockdiagramm eine Cluster-Konstante mit denselben Elementen erstellen möchten, haben Sie zwei Möglichkeiten: Sie können den Cluster entweder vom Frontpanel in das Blockdiagramm ziehen oder im Blockdiagramm mit der rechten Maustaste auf den Cluster klicken und aus dem Kontextmenü die Option "Erstellen»Konstante" auswählen.

Verwenden von Cluster-Funktionen

Die Cluster-Funktionen dienen zum Erzeugen und Bearbeiten von Clustern. Damit sind beispielsweise folgende Arbeitsschritte möglich:

  • Extrahieren von einzelnen Elementen aus einem Cluster
  • Hinzufügen von einzelnen Elementen zu einem Cluster
  • Aufteilen eines Clusters in die einzelnen Elemente

Ein Cluster wird mit der Funktion "Bündeln" erstellt, mit den Funktionen "Bündeln" und "Nach Namen bündeln" bearbeitet und mit den Funktionen "Aufschlüsseln" und "Nach Namen aufschlüsseln" in seine Bestandteile aufgegliedert.

Eine Möglichkeit, die Funktionen "Bündeln", "Nach Namen bündeln", "Aufschlüsseln" und "Nach Namen aufschlüsseln" in das Blockdiagramm einzufügen, besteht darin, mit der rechten Maustaste im Blockdiagramm auf einen Cluster-Anschluss zu klicken und die Option "Palette Cluster, Klasse, Variant" auszuwählen. Die Funktionen "Bündeln" und "Aufschlüsseln" enthalten automatisch die richtige Anzahl von Anschlüssen. Die Funktionen "Nach Namen bündeln" und "Nach Namen aufschlüsseln" erscheinen mit dem ersten Element im Cluster. Mit dem Positionierwerkzeug können die Funktionen vergrößert werden, so dass auch die anderen Elemente im Cluster angezeigt werden.

Zusammenstellen von Clustern

Mit der Funktion "Bündeln" können Sie nicht nur Cluster erstellen, sondern auch Werte von Cluster-Elementen ändern, ohne neue Werte für alle Elemente im Cluster angeben zu müssen. Zum Hinzufügen von Eingängen ziehen Sie entweder die Funktion mit dem Positionierwerkzeug auf oder klicken Sie mit der rechten Maustaste auf einen Elementanschluss und wählen Sie aus dem Kontextmenü die Option "Eingang hinzufügen" aus.

Abbildung 11: Erstellen eines Clusters im Blockdiagramm

Bearbeiten von Clustern

Sie müssen nur neue Werte für die Elemente verbinden, die Sie ändern möchten. So enthält der Eingangs-Cluster in Abbildung 12 beispielsweise drei Elemente.

Abbildung 12: Bearbeiten eines Clusters mit der Funktion "Bündeln"

Wenn Sie den Cluster-Elementindex kennen, können Sie den Wert von "Befehl" mit der Funktion "Bündeln" ändern, indem Sie die Elemente wie in der Abbildung 12 verbinden.

Mit der Funktion "Nach Namen bündeln" können Sie beschriftete Elemente eines bestehenden Clusters ersetzen oder darauf zugreifen. Die Funktion "Nach Namen bündeln" arbeitet ähnlich wie die Funktion "Elemente bündeln". Die Cluster-Elemente werden jedoch nicht nach ihrer Reihenfolge, sondern nach ihren Beschriftungen referenziert. Es kann nur auf Elemente mit Beschriftungen zugegriffen werden. Die Anzahl der Eingangsanschlüsse muss nicht mit der Anzahl der Elemente im Ausgangs-Cluster übereinstimmen.

Klicken Sie mit dem Bedienwerkzeug auf einen Eingangsanschluss und wählen Sie aus dem Pulldown-Menü ein Element aus. Sie können auch mit der rechten Maustaste auf den Eingangsanschluss klicken und im Kontextmenü "Objekt auswählen" ein Element anklicken.

In Abbildung 13 werden die Werte von "Befehl" und "Funktion" mit der Funktion "Nach Namen bündeln" in "Neuer Befehl" und "Neue Funktion" geändert.

Abbildung 13: Bearbeiten von Clustern mit der Funktion "Nach Namen bündeln"

Die Funktion "Nach Namen bündeln" ist für Datenstrukturen konzipiert, die sich während der Entwicklung ändern können. Wenn Sie einem Cluster ein neues Element hinzufügen oder die Reihenfolge seiner Elemente ändern, muss er nicht erneut mit der Funktion "Nach Namen bündeln" verbunden werden, da die Namen auch weiterhin gültig sind.

Aufschlüsseln von Clustern

Mit der Funktion "Aufschlüsseln" wird ein Cluster in seine Bestandteile aufgegliedert.

Mit der Funktion "Nach Namen aufschlüsseln" werden die Cluster-Elemente ausgegeben, deren Namen Sie angegeben haben. Die Anzahl der Ausgangsanschlüsse hängt nicht von der Anzahl der Elemente im Eingangs-Cluster ab.

Klicken Sie mit dem Bedienwerkzeug auf einen Ausgangsanschluss und wählen Sie aus dem Pulldown-Menü ein Element aus. Sie können auch mit der rechten Maustaste auf den Ausgangsanschluss klicken und das Element im Kontextmenü "Objekt auswählen" wählen.

Wenn Sie zum Beispiel die Funktion "Aufschlüsseln" für den in Abbildung 14 dargestellten Cluster verwenden, erhält er vier Ausgangsanschlüsse, die den vier Bedienelementen im Cluster entsprechen. Um den Schalter im Cluster dem dazugehörigen booleschen Anschluss des aufgeschlüsselten Clusters zuzuordnen, müssen Sie den Elementindex des Clusters kennen. In diesem Beispiel sind die Elemente bei 0 beginnend von oben nach unten angeordnet. Wenn Sie die Funktion "Nach Namen aufschlüsseln" verwenden, können Sie bei einer beliebigen Anzahl von Ausgangsanschlüssen in jeder Reihenfolge namentlich auf einzelne Elemente zugreifen.

Abbildung 14: "Aufschlüsseln" und "Nach Namen aufschlüsseln"

Enums

Eine Enum ist eine Kombination aus Datentypen. Es gibt Enum-Bedienelemente, -Konstanten und -Anzeigeelemente. Jede Enum besteht aus einem String und einer Nummer. Enum-Elemente zeigen also Aufzählungen an. Wenn Sie zum Beispiel eine Enum mit der Bezeichnung "Monat" erstellt haben, kann es für "Monat" folgende Wertepaare geben: Januar-0, Februar-1 ... Dezember-11. Abbildung 15 zeigt ein Beispiel für diese Datenpaare im Dialogfeld "Eigenschaften" des Enum-Bedienelements. Klicken Sie zum Öffnen dieses Dialogs mit der rechten Maustaste auf das Enum-Element und wählen Sie die Option Objekte bearbeiten aus.

Abbildung 15: Eigenschaften des Enum-Elements "Monat"

Enum-Elemente sind nützlich, da sich Zahlen im Blockdiagramm einfacher verarbeiten lassen als Strings. In Abbildung 16 sehen Sie das Enum-Element "Monat", die Auswahl eines Strings und den Anschluss des Enum-Elements im Blockdiagramm.

(1) Frontpanel-Element  |  (2) Auswahl eines Objekts  |  (3) Blockdiagrammanschluss

Abbildung 16: Enum-Element "Monat"

Sondenwerkzeug


Mit einer Sonde können während der Ausführung eines VIs Zwischenwerte an Verbindungen entnommen werden.

Das Sondenwerkzeug eignet sich besonders für komplizierte Blockdiagramme mit mehreren Operationen, von denen jede zu einem falschen Ergebnis führen kann. Verwenden Sie das Sondenwerkzeug zusammen mit der Highlight-Funktion, dem Einzelschrittmodus und Haltepunkten, um festzustellen, ob und wo falsche Werte auftreten. Wenn Werte vorliegen, zeigt die Sonde diese sofort während des Einzelschrittmodus oder mit der Highlight-Funktion im Sondenüberwachungsfenster an. Das Gleiche gilt, wenn die Ausführung an einem Haltepunkt unterbrochen wird. Wenn die Ausführung in Einzelschritten durchlaufen oder an einem Haltepunkt angehalten wird, können Sie die Sonde auch in die gerade genutzte Verbindung einfügen und sich den weitergeleiteten Wert ansehen.

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